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Die Schwarzaugenbohne - Vom Viehfutter zum Soul Food

Vor ein paar Tagen habe ich ein paar Schwarzaugenbohnen erstanden. Ich bin ein großer Freund von Hülsenfrüchten aller Art, aber die Schwarzaugenbohne hatte ich bislang noch nicht probiert. Ich habe den Kauf nicht bereut - soviel vorweg.

Einordnung und Verbreitung

Die Schwarzaugenbohne (lat. Vigna unguiculata - auch bekant als Augenbohne, Kuhbohne oder Schlangenbohne) hat ihren Namen von dem dunklen Fleck an der Seite. Auf Englisch heisst sie Black Eyed Pea, auch wenn es botanisch gesehen keine Erbse (Pea) ist. Die Schwarzaugenbohne stammt ursprünglich vermutlich aus Westafrika, wo sich die meisten Sorten finden lassen. Seit etwa 4000 Jahren ist sie auch in Indien, China und Südostasian zu finden und vom 17. bis 19. Jahrhundert hat sie über den Skalvenhandel ihren Weg in die Karibik und die Südstaaten der USA gefunden.
Heute wird die Augenbohne im gesamten tropischen Raum angebaut.

Sklavenessen und Viehfutter

In der Neuen Welt wurde die Schwarzaugenbohne als für die Ernährung der Sklaven und als Viehfutter angebaut. Und wie in Teilen der Welt, wo die Menschen mit einfachen und günstigen Zutaten auskommen müssen, haben auch sie auch dort schmackhafte Gerichte daraus entwickelt, die man gerne essen möchte.

Hoppin' John

Foto von Hoppin' John
Eines dieser Gerichte ist das sogenannte Hoppin' John - ein Gericht aus Schwarzaugenbohnen, geräuchertem Schweinefleisch und Reis. Heute wird es in den Südstaaten der USA von afro-amerikanischen Familen als Neujahrsessen zusammen mit Collard Greens (Blattkohl) genossen. Es gibt mehrere Interpretationen, was das Gericht symbolisiert, aber der gemeinsame Tenor ist, dass Hoppin' John Glück und Wohlstand bringen soll.

Und obwohl es derzeit nicht Neujahr ist, habe ich Hoppin' John aus meinen Schwarzaugenbohnen gekocht. Und es gefiel mir sehr gut. Es ist ein sättigendes, günstiges Gericht, aber durch die Würzung und das lange mitgekochte Räucherfleisch (ich habe Bauchspeck genommen) bekommt es einen schönen, leckeren Geschmack. (Hier geht es zum Rezept für Hoppin' John.)

Das hat durchaus Lust auf mehr gemacht. In Zukunft werde ich also wohl noch weitere Gerichte mit Schwarzaugenbohnen austesten.

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